Chemnitz Kunstsammlungen sind “Museum des Jahres 2010″
Die Kunstsammlungen Chemnitz sind zum “Museum des Jahres 2010″ gewählt worden. Das teilte die deutsche Sektion des Internationalen Kunstkritikerverbandes AICA mit. Der Berliner Verband vergibt die Anerkennung jeweils für ein Jahr an Museen, die sich besonders in der Kunst verdient gemacht haben. Die Jury begründete die Entscheidung mit dem Wiederaufbau der Chemnitzer Kunstsammlungen seit 1990. Im Juli dieses Jahres waren nach 20 Jahren die Sanierungsarbeiten abgeschlossen worden.
Museum mit Rang und Namen
Unter der heutigen Generaldirektorin Ingrid Mössinger fanden die Kunstsammlungen international Beachtung. Mössinger leitet seit 1996 die Kunstsammlungen und wurde im Jahr 2007 mit dem Bundesverdienstkreuz für ihre Arbeit ausgezeichnet. Die wechselnden Ausstellungen lobten auch die Kritiker. 2002 “Picasso und die Frauen” und 2005 die Cranach-Ausstellung fanden beim Publikum Anerkennung. Weltweit erstmalig stellte der Musiker Bob Dylan seine Zeichnungen der “Drawn Blank Series” in den Kunstsammlungen Chemnitz der Öffentlichkeit vor. Zurzeit ist anlässlich des 125-jährigen Bestehens der jüdischen Gemeinde in Chemnitz eine Sonderausstellung zusehen. Bis Januar 2011 sind vier der “ars viva”-Preisträger, dem Förderpreis vom Kulturkreis der deutschen Wirtschaft, in den Kunstsammlungen zu Gast. Es werden Rauminstallationen zum Thema “Labor” gezeigt.
Der umfangreiche Bestand wird gewürdigt
Die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig sagte: “Der von kritischen Fachleuten verliehene Preis ist eine Würdigung der engagierten und herausragenden Arbeit, die Museumsdirektorin Ingrid Mössinger und ihr gesamtes Team seit vielen Jahren leisten.” Chemnitz habe heute wieder einen “klangvollen Namen in der Kunstwelt”, erklärte Ludwig.
Das Museum zeichnet sich durch einen umfangreichen Bestand an Skulpturen, Textilien und Gemälden aus dem 19. und 20. Jahrhundert aus. 170.000 Exponate befinden sich im Depot. Die Bibliothek der Kunstsammlungen mit 70.000 Bänden gehört zu den größten Spezialbibliotheken Sachsens. 2001 wurden die Kunstsammlungen in das Blaubuch der Bundesregierung aufgenommen. Darin werden die bedeutenden Kultureinrichtungen der neuen Bundesländer angeführt.
Zu den Kunstsammlungen Chemnitz gehören die Villa Esche, in der sich das Henry-van-de-Velde-Museum befindet und das 2007 gestiftete Museum Gunzenhauser. Den Aufbau und die Gestaltung beider Häuser lobte der Kunstkritikerverband ebenfalls.
Im Frühjahr nächsten Jahres wird den Kunstsammlungen Chemnitz bei einem offiziellen Festakt die Urkunde überreicht. Die Auszeichnung “Museum des Jahres” wird vom Internationalen Kunstkritikerverband seit 2004 vergeben. Der deutschen Sektion des AICA gehören 170 Kunstkritiker an.


