Biographien (Meistermaler)
* 30.11.1825 in La Rochelle; † 19.10.1905 in La Rochelle. William Bouguereau wurde in eine Familie von Wein und Oliven Händlern geboren. Sein Onkel brachte ihn dazu Kunst an der École des Beaux-Arts in Bordeaux zu studieren. Später ging er nach Paris, um an der École des Beaux-Arts weiterzustudieren. 1850 gewann der den begehrten Prix de Rome. 1856 heiratete er Marie-Nelly Monchablon mit der er 5 Kinder hatte. 1876 wurde er als lebenslanges Mitglied an der französischen Kunstakademie aufgenommen. Im laufe der Jahre wurden ihm zudem zahlreiche Medaillen der Ehrenlegion überreicht. Nachdem seine erste Frau starb, heiratete Bouguereau 1896 im hohen Alter seine Kunstfreundin Elizabeth Bouguereau. Er ist unbestreitbar einer der größten Künstler in der Kunstgeschichte. Noch im vergangenen Jahrhundert wurde sein Schaffen nicht gewürdigt. Bouguereaus Name wurde aus allen historischen Texten verbannt. Wenn er doch irgendwo auftauchte wurden seine Arbeiten gnadenlos degradiert. Es war Bouguereau der den Frauen den Zugang zu der französischen Kunstakademie öffnete und er war zweifellos der größte Maler von menschlichen Abbildungen in der gesamten Kunstgeschichte. Es wird behauptet, dass Rembrandt die Seele des Alters einfing. Bouguereau hingegen fing die Seele der Jugend ein. Sein Gesamtwerk mit 826 Werken ist wohl eines der größten die je von einem Künstler geschaffen wurde. Die Hälfte davon sind einzigartige Meisterstücke. Bouguereau gehört zusammen mit Michelangelo, Rembrandt und Carravaggio zu nur einer handvoll der besten Künstler der gesamten westlichen Kunstgeschichte. 1905 starb Bouguereau mit 79 Jahren an einer Herzkrankheit.
* 10.11.1847 in Tuskegee, USA; † 13.1.1928 in Rouen, Frankreich. Bridgman arbeitete 1864/65 als Graveur bei der American Banknote Company und studierte gleichzeitig Kunst an der Brooklyn Art Association und der National Academy of Design. Nach erfolgreichen Ausstellungen in den USA reiste Bridgman 1866 nach Paris. Zwischen 1866/70 besuchte er die Malklasse von Jean-Leon Gerome und verbrachte viel Zeit bei Robert Wylie. Bridgmans erste Kunstausstellung 1870 in Paris wurde ein großer Erfolg.
Sein Aufenthalt 1873-74 in Ägypten resultierte in seine bekannten Arbeiten des Ostens, welche ihm später das Kreuz der Ehrenlegion brachte. Weitere große Erfolge waren die Teilnahme an der Weltausstellung 1889 bei der er fünf Gemälde ausstellte.
* 10.10.1850 in Trélon, Frankreich; † 1916 in Le Vésinet. Er lebte in Paris und London. Mit 17 Jahren reiste Comerre nach Paris und besuchte die Malklasse des französischen Künstlers Alexander Cabanel, der ihn dem Orientalismus näher brachte. Comerre studierte unter anderem auf der französischen Kunstakademie in Lille. Er stellte seine Werke zwischen 1874-75 in zahlreichen Kunstausstellungen in Paris vor und gewann 1875 den Prix de Rome für sein Bild L’Annonce aux bergers. Er kehrte zurück nach London wo er u.a. an der Royal Academy of Arts ausstellte.
*21.7.1858 in Tapiau (Ostpreußen); † 17.7.1925 in Zandvoort (Holland). Corinth trat 1876 in die Königsberger Akademie ein, wo er bei Otto Günther lernte; 1880 setzte er seine Studien in München bei Ludwig von Löfftz fort. Im Sommer 1884 unternahm er eine Studienreise nach Antwerpen, danach folgte ein Studium an der Pariser Académie Jullian; sein Lehrer war bis 1887 A. W. Bouguereau. Corinth heiratete 1903 seine über 20 Jahre jüngere Schülerin Charlotte Berend. 1911 erlitt der Maler einen Schlaganfall, der ihn halbseitig lähmte, arbeitete aber dennoch weiter. Seit 1918 verbrachte er den Sommer am oberbayerischen Walchensee. Corinth starb 1925 auf einer Reise nach Holland.
* 7.6.1848 in Pairs; † 8.5.1903 in Atuona (Marquesas-Inseln). Als Bankkaufmann wurde Gauguin durch Börsenspekulationen zunächst recht wohlhabend, kaufte sich Bilder der Impressionisten und begann im Kontakt mit ihnen selbst zu malen. Nach einigen Ausstellungserfolgen kündigte Gauguin seine Stellung. Da der Erfolg nicht lange anhielt, reiste er 1887 nach Martinique, musste aber aus gesundheitlichen Gründen zurückkehren. Es folgten Aufenthalte bei Van Gogh in Arles, vor allem aber in Pont-Aven (Bretagne) bei den Synthetikern um Emile Bernard, mit denen Gauguin auch 1889 anlässlich der Pariser Weltausstellung seine Bilder zeigte. 1891 reiste Gauguin nach Tahiti. Bald lebte er mit einer jungen Einheimischen zusammen, die ihm als Modell für viele Bilder diente. Darauf ist jedoch nicht das wahre Leben der Südsee zu sehen, sondern Gauguins Traumwelt. In Wahrheit lebte Gauguin in Geldnot und von Krankheiten gebeutelt. Wirtschaftliche Probleme zwangen ihn zur Rückkehr. Im August 1893 war er wieder in Paris, um seine Bilder auszustellen – die Reisekosten übernahm der französische Staat. Immerhin entstand aus den Tahiti-Eindrücken das Buch „Noa-Noa“. Doch der erhoffte Ruhm blieb aus. Im Jahr darauf beschloss Gauguin den Rest des Lebens in der Südsee zu verbringen und reiste wieder nach Papeete. Dort verschlechterte sich sein Gesundheitszustand immer mehr und er litt zudem an den Folgen eines Selbstmordversuchs mit Arsen. 1901 zog er auf die Marquesas-Insel Hiva Oa. Gauguin ließ sich nieder, nahm sich erneut ein sehr junges Mädchen als Frau und Modell. Geldmangel, Ärger mit der Justiz und Schmerzen, die er mit Morphium bekämpfte, machten ihm zunehmend zu schaffen. Paul Gauguin starb 1903 im Alter von 54 Jahren.
Erst nach seinem Tod begannen sich Kunsthändler für seine Bilder zu interessieren, und bald war der „Mythos Gauguin“ geboren. In die Kunstgeschichte geht er als einer der wichtigsten Wegbereiter des Expressionismus ein. Heute gehören seine Werke zu den begehrtesten und teuersten Gemälden überhaupt. Den Rekord erzielte sein Bild „Der Mann mit der Axt“ aus dem Jahr 1891, das 2006 für über 40 Millionen US-Dollar bei Christie´s den Besitzer wechselte.
* 6.5.1880 in Aschaffenburg; † 15.6.1938 in Frauenkirch bei Davos. Kirchner war Sohn eines Papierchemikers. Mit 18 Jahren unternahm Kirchner eine Reise nach Nürnberg, wo er von dem graphischen Werk Dürers entscheidende Anstöße erhielt. 1901 begann er ein Architektenstudium in Dresden, wechselte aber 1903 nach München über, um zwei Semester lang Kurse bei Wilhelm von Debschitz und Hermann Obrist an deren „Lehr- und Versuchsatelier für angewandte und freie Kunst“ zu besuchen. Durch die in München studierte alten Meister, sowie eine Ausstellung der französischen Neoimpressionisten bekam der Künstler erneut Anregungen für seine Entwicklung. 1904 setzte er sein Architekturstudium in Dresden fort, das er 1905 abschloss. Längst hatte er seine Dresdner Freunde Fritz Bleyl, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff für die Kunst begeistert; gemeinsam gründeten sie die Vereinigung die Brücke, für die Kirchner als führende Persönlichkeit 1906 auch das theoretische Programm ausarbeitete. 1911 folgte Max Pechstein nach Berlin. Nach Auflösung der Brücke 1913 meldete sich der Künstler ein Jahr später zum Militärdienst, aus dem er 1915 nach dem physischen und psychischen Zusammenbruch entlassen wurde. Während des folgenden Kuraufenthaltes im Taunus entstand die bedeutende Holzschnittserie zu Adalbert von Chamisos ‚Peter Schlemihl’. 1918 richtete er sich in Frauenkirch an der Staffelalp ein und 1923 endgültig im Haus auf dem Wildboden. Unter der beginnenden Verfemung als „entarteter“ Künstler durch die Nationalsozialisten litt Kirchner trotz der räumlichen Entfernung sehr stark. Mehr als 600 seiner Werke wurde beschlagnahmt. Der körperliche und geistige Zustand des Künstlers verfiel immer mehr und im Juni 1938 machte er seinen Leiden durch Selbstmord ein Ende.
* 14.7.1862 in Baumgarten bei Wien; † 6.2.1918. Hauptmeister des Wiener Jugendstils und Vorläufer des Phantastischen Realismus. Klimt war Sohn eines Graveurs und Goldschmieds. 1876-82 besuchte er die Kunstgewerbeschule in Wien, wo er besonders unter dem Einfluss des stark ornamental gestaltenden Ferdinand Laufenberger und an Hans Makart seinen Personalstil auszubilden begann. Zusammen mit seinem jüngeren Bruder und dem Maler Franz Matsch eröffnete er 1883 ein Atelier für Wanddekorationen. Unter dem Einfluss der europäischen Jugendstilbewegung verstärkte sich sein Gegensatz zur akademischen Tradition, bis er 1897 zusammen u.a. mit Joseph Maria Olbrich und Josef Hoffmann die neue „Vereinigung Bildender Künstler Österreichs“, bekannt als die „Wiener Sezession“ ins Leben rief, deren Präsident er bis 1905 war. Er schuf das Plakat für ihre erste Ausstellung und beteiligte sich an der Illustration der Zeitschrift „Ver Sacrum“. Seine Gemälde PHILOSOPHIE, MEDIZIN und JURISPRUDENZ, 1900-03 im Auftrag der Wiener Universitätsinstitute gemalt, führten zu einem Skandal und wurden später von den Nationalsozialisten zerstört. Trotz seiner Ablehnung durch öffentliche Stellen wurde er zum gesuchtesten Porträtisten vornehmer Wiener Damen. 1917 wurde er Ehrenmitglied der Wiener und Münchner Akademie.
* 3.1.1887 in Meschede/Ruhr; † 26.9.1914 in der Champagne. Macke studierte 1904/05 an der Düsseldorfer Kunstakademie, anschließend bis 1906 bei F.H. Ehmcke an der dortigen Kunstgewerbeschule. 1905 war der Maler erstmals nach Italien gereist. 1906 nach Holland, Belgien, London. Ab 1906 arbeitete er als Bühnenbildner am Düsseldorfer Schauspielhaus. Nach einer weiteren Reise nach Paris nahm Macke 1907 das Studium bei Lovis Corinth in Berlin auf. 1908/09 leistete er seinen Militärdienst, im Oktober 1909 heiratete er. Auf einer Reise in die Schweiz lernte der Künstler Louis Moilliet kennen; 1909/10 hielt sich Macke am Tegernsee auf, daran anschließend lernte er in München Franz Marc kennen und beteiligte sich 1911/12 an den Ausstellungen des Blauen Reiter. Im gleichen Jahr organisierte Macke die die rheinische und die gesamte europäische Avantgarde vorstellende Sonderbundausstellung in Köln, an der er sich auch beteiligte. Auf einer Parisreise 1912 machte er die Bekanntschaft Delaunays; 1913 übersiedelte er für acht Monate an den Thuner See und unternahm im April des darauf folgenden Jahres die berühmte Tunesienreise mit Moilliet und Paul Klee. Danach hielt sich der Maler in Bonn und im Schwarzwald auf; bereits im September des ersten Kriegsjahres 1914 fiel er an der Westfront.
* 12.7.1884 in Livorno, gestorben am 25.1.1920 in Paris. „Wenn Modigliani zeichnet, verzerrt er die Gesichter nicht, er greift ihre Unregelmäßigkeit nicht an, sticht keine Augen aus, zieht keine Hälse in die Länge. Alles geschieht in seinem Herzen. So… beurteilte er uns, empfand, liebte oder widerlegte uns…“ (Jean Cocteau). Modigliani, ein Maler, der bereits zu Lebzeiten Legende wurde, war ein Bohemien, wie man ihn aus der Literatur kennt: Lungenkrank und ohne Geld führte er ein Leben mit viel Alkohol und starken Drogenkonsum, oft am Rande des Ertragbaren. 1902 besuchte Modigliani die Kunstakademie Florenz, 1903 die Kunstakademie in Venedig. 1906 reiste er zum ersten Mal nach Paris, wo er sich auf dem Montmartre ein Atelier mietete. Modigliani lernte dort Picasso und Kees von Dongen kennen, später kam Juan Gris dazu. Modigliani starb qualvoll an einer Erkältungskrankheit. Seine Frau folgte ihm einen Tag später in den Tod.
* 1841 in Limoges, gestorben 1919 in Cagnes bei Nizza. 1844 zog der Maler mit seiner Familie nach Paris. Nach einer Lehrzeit bei einem Porzellanmaler, der mit dem Aufkommen des mechanischen Farbdruckverfahrens arbeitslos wurde, verzierte er Leinwandrollen mit religiösen Motiven. Mit 18 Jahren widmete er sich als Student im Atelier von Charles Gleyre an der École des Beaux-Arts ganz der Malerei. Dort lernte er seine Impressionistenfreunde Bazille, Monet und Sisley kennen. Mit ihnen verließ er 1863 das Atelier Gleyre, um in Fontainebleau plein-air (franz. unter freiem Himmel) zu malen. 1868 gelang Renoir der Durchbruch im Salon mit LISE MIT SONNENSCHIRM. Mit Hilfe seines reichen Impressionisten Freundes Caillebotte und einigen Gönnern bekam Renoir Aufträge und wurde finanziell unabhängig. 1883 heiratete der Maler die um 20 Jahre jüngere Aline Chargot. Nun brachten seine Familie, seine Frau, seine drei Söhne sowie das Kindermädchen unerschöpflichen Vorrat an Bildmotiven hervor. 1903 ließ sich Renoir aufgrund seines fortschreitenden Rheumatismus in Cagnes in Südfrankreich nieder. Renoir gilt als Maler der lichten Seiten des Lebens, der Gesundheit, der Freude und im Besonderen als der Maler der Frauen in der Lieblichkeit ihrer reifen Fülle.
*22.12.1849 in Niendorf, Holstein, † 8.1.1938 in Hagen, Westfalen. Rohlfs war ein Einzelgänger inmitten all der Kunstrichtungen des späten 19. und beginnenden 20. Jh. Eine Knieverletzung die er sich im Alter von 15 Jahren zuzog, fesselte in 2 Jahre ans Bett. Diesem unglücklichen Zufall verdankte Rohlfs seine ersten Schritte zur Malerei. Die Produkte seines Krankenlagers fielen dem Dichter Th. Storm in die Hände, der sich darauf 1869 für eine Ausbildung Rohlfs in Berlin, dann auf der Weimarer Akademie, einsetzte. In Weimar blieb Rohlfs 30 Jahre und malte in der Art der Weimarer Schule. Gegen Ende des Jahrhunderts integrierte Rohlfs unabhängig von den französischen Impressionisten verstärkt Licht und Farbe in seine Malerei. Was seinen Mäzenen missfiel, erregte die Aufmerksamkeit eines renommierten Künstler: Henry van der Velde empfahl Rohlfs an den großen Mäzen der modernen Kunst, K. E. Osthaus, nach Hagen. Hier kam Rohlfs mit der Welt der französischen Impressionisten und Pointillisten in Kontakt. Gleichzeitig lernte er E. Nolde kennen. Nach 1900 schöpfte er immer mehr Mut. Nach einer pointillistischen Phase um 1902 wurde sein Pinselstrich breit und großzügig, der Farbauftrag pastos. Gleichzeitig wandte er sich anderen Kunsttechniken zu, v.a. dem Holz- und Linolschnitt. 1919 fand Rohlfs seine um viele Jahre jüngere Lebensgefährtin. Die Verbindung fand reichen künstlerischen Niederschlag auf gemeinsamen Reisen durch Deutschland. Erst jetzt entstanden die für Rohlfs charakteristischen Bilder: Lichtdurchflutete Landschaften und Blumenstillleben, deren Materialität wie durch einen ätherischen Schleier aufgelöst erscheinen.
* 12.6.1890 in Tulln a. D., gestorben am 31.10.1918 in Wien. Früher als Pornograph verpönt, greifen die modernen Medien heute fast ausschließlich eben diese Aspekte Schiele’s Kunst heraus, um sie unter ein voyeuristisches Publikum zu streuen. Damals wie heute wird Schiele durch einseitige Interpretation völlig verkannt. Schiele machte eine steile Karriere: Nach drei Jahren Akademie (1906-1909) in Wien, sah er sich aufgrund der herrschenden Konventionen veranlasst, auszutreten und gründete mit Gleichgesinnten die „Neukunstgruppe“. Schon 1907 begegnete er dem etablierten Gustav Klimt, der sich für ihn einsetzte und künstlerisch bis etwa 1910 Schiele’s Vorbild wurde. Ab 1912 nahm er regelmäßig an großen Ausstellungen teil. Neben seinen großartigen, mit erotischer Spannung geladenen Akten, widmete sich Schiele den Landschafts-, Straßendarstellungen, Kinderbildnissen, Porträts und vor allem dem Selbstbildnis, dem er sich in sezierender, schonungsloser Expressivität aussetzte. In seinen Anfängen, noch dem Jugendstil verhaftet, entwickelte sich Schiele vielleicht zum expressivsten Expressionisten. Man denke an die verrenkten Glieder, die gesträubten Haare, die grotesken Gesichtsausdrücke und vor allem den ekstatischen Duktus. Im Juli 1918 bezieht Schiele und seine Frau Edith eine Atelierwohnung in Wien-Hietzing. Edith ist schwanger und erwartet ein Kind. Das Ende des ersten Weltkriegs steht bevor. Die Bevölkerung ist ausgehungert und erschöpft. Ein leichtes Spiel hat daher die spanische Grippe, die in dieser Zeit in ganz Europa wütet. Edith, im sechsten Monat schwanger, erkrankt im Oktober 1918 und stirbt. Drei Tage nach dem Tod seiner Frau stirbt auch Egon Schiele an den Folgen der spanischen Grippe im Alter von nur 28 Jahren.
* 5.2.1808 in München; † 23.9.1885 in München. einer der bedeutendsten Maler des Biedermeier, der zahlreiche Bilder, Ölstudien, Zeichnungen und Aquarelle schuf, deren eigenartiger skurril-versponnener Charme ihn zum volkstümlichsten Vertreter der bürgerlichen Genre- und Landschaftsmalerei im süddeutschen Raum machte. Zunächst arbeitete er als Praktikant der Pharmazie in München und ab 1830 als Provisor in Straubing. Gleichzeitig studierte er Pharmazie an der Universität in München. In der Malerei bildete er sich hauptsächlich autodidaktisch, u.a. durch das Kopieren holländischer Meister des 17. Jh. Beeinflusst wurde er auch durch Eduard Schleich und Christian Morgenstern. Zunächst arbeitete Spitzweg vor allem als Illustrator und Zeichner für satirische Zeitschriften wie die „Fliegenden Blätter“, den „Nürnberger Trichter“ und die „Fränkischen Blätter“. 1836 wurde Spitzweg Mitglied des Münchner Künstlervereins. Bilder wie die GEBIRGSLANDSCHAFT um 1870 gehören zum koloristisch Kühnsten in der damaligen deutschen Malerei, was jedoch erst später gewürdigt wurde.


